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Stadtporträt

Pößneck - Bücher, Bürgersinn und Industriegeschichte

Wollte man Pößneck auf eine Kurzformel bringen, wäre diese naheliegend: Stadt des Buchdrucks im Herzen Thüringens, mit rund 13.000 Einwohnern, über 100 Vereinen, in herrlicher Lage und mit schöner Stadtanlage, mit gesunder Wirtschaftsstruktur und guter Anbindung an die Autobahnen Deutschlands. Pößneck hat viele Seiten...


Historische Kostbarkeiten zwischen Buchdeckeln
Mit Büchern haben’s die Pößnecker schon länger. 1315 entstand in der Stadt ein Kloster von Karmeliter-Mönchen. Klöster und Kirchen waren zu dieser Zeit oft die einzigen Orte mit schreib- und lesekundigen Leuten. 29 der wertvollen Kloster-Bücher sind erhalten und werden heute in der Forschungsbibliothek Gotha aufbewahrt. Die sogenannten Inkunabeln, gedruckte Bücher aus der Zeit vor 1500, waren damals weit seltener und kostbarer als Handschriften, denn der Buchdruck war ja erst rund 50 Jahre früher erfunden worden.

Mit einem Buch ist Pößneck auch zu einem festen Begriff in der deutschen Rechtsgeschichte geworden. Es befindet sich im Stadtarchiv: die Pößnecker Schöffenspruch-Sammlung von 1474 - eine der frühesten Sammlungen von deutschen Musterurteilen.

Druckerei mit Weltruf
Ab 1891 gab Carl Gustav Vogel hier sein erstes Anzeigenblatt, das "Internationale Briefmarken-Offertenblatt" heraus. Das war der Grundstein für einen Fachzeitschriften-Verlag, der Anfang des 20. Jahrhunderts europaweit zu den führenden zählte. Mit branchenspezifischen Informationen und Anzeigenteilen gab er hervorragend Überblick über die weltweite Industrieentwicklung. Weltweit rund 2 Millionen Interessenten erhielten die Hefte aus Pößneck.

Bei Vogel stand 1928 die größte Druckmaschine Europas, eigens für seinen Verlag gebaut. Die noch heute in Pößneck ansässige Berufsausbildung im Druck- und Medienbereich wurzelt ebenfalls im Vogel-Verlag, dessen Berufsausbildung z. B. für Drucker überregional eine der besten war. Und das hat sich in Pößneck erhalten. Heute kommen Meisterschüler für Druck- und Medientechnik aus ganz Deutschland hierher. Denn gute Bücher herstellen, ist eine Pößnecker Spezialität.

Auch Johann Wolfgang Goethe hat dies hier praktiziert. Der große Dichter und Denker war 18 Mal in Pößneck, auf dem Weg in die Kurbäder nach Karls- und Franzensbad. Zum Verschnaufen war er hier, hat gegessen und übernachtet. Und so floss Pößneck irgendwie in das literarische Werk ein. Sein Urteil über Pößneck jedenfalls stand 1795 fest: Dieser Ort sei ein "nahrhaft Städtchen".

Spätgotische Schönheit und Bürgersinn
Die hiesigen Bürger waren umsichtige und kluge Leute, die mit Fleiß und Geschäftssinn zu Wohlstand gelangten. Das ab 1487 neu errichtete Rathaus mit dem reich verzierten Staffelgiebel zählt heute zu den schönsten spätgotischen Rathäusern Thüringens. Die Einheimischen gaben sich früh eine Stadtordnung, die im damaligen Ausland - bei den Grafen von Schleiz und Lobenstein - ruhmvoll anerkannt und nachgeahmt wurde. Denn die Pößnecker wussten schon damals und schrieben es sich zum steten Gedenken an den Rathausgiebel: "Wo das Regiment verkehrt ist, und verborgen Neid ist, und der Gemeinnutz nicht Raum hat, diese drei zerbrechen eine feste Stadt."

Bürgerschaftliches Engagement wird auch heute noch in Pößneck groß geschrieben. Engagierte gibt es in über 100 Vereinen, vom Gartenbau über Geschichte und Gesang bis zum Sport.

Reiche Industriestadt der Gründerzeit
1891 gründete sich in Pößneck die erste deutsche Gewerkschaft der Textilindustrie. Warum gerade hier? Das hat mit dem enormen industriellen Aufschwung der Stadt im 19. Jahrhundert zu tun, der noch heute die Identität der Stadt prägt. Zahlreiche große Unternehmen entstanden, unter anderem in der Tuch- und Lederindustrie. Um 1800 entstand eine Porzellanfabrik, die später Conta & Böhme hieß und als größte Porzellanfabrik im porzellanreichen Thüringen galt. 1876 etablierte Robert Berger eine Schokoladen- und Kakaofabrik, die dank hoher Qualität und cleverer Werbung europaweit bekannt wurde und heute unter dem Namen Berggold erfolgreich weiter besteht. Ebenfalls heute zu den großen Pößnecker Unternehmen zählt die Rosenbrauerei, die 1866 als Brauerei und Mälzerei entstand. Schon zu dieser Zeit galt Pößneck als "fast großstädtisch" und als "die Krone aller meiningischen Städte".

Attraktive Firmenvillen aus der Gründerzeit zeugen vom damaligen Reichtum. Potente Bürger gründeten zahlreiche Stiftungen, u.a. auch das städtische Krankenhaus und das Stadtbad, das 1891 entstand und bis zu seinem Abriss im Jahre 2015 das älteste in Thüringen war.

Bürgerliche Lebensart
In diesem Umfeld gediehen auch bürgerliche Lebensart und Vereinsleben, Kunst und Architektur. 1844 wurde hier Robert Diez geboren, der als erfolgreicher Bildhauer später in Dresden Ernst Barlach unterrichtete. Er schuf den Gänsedieb-Brunnen, der als Kopie noch heute in der Pößnecker Bahnhofstraße steht. Das viel beachtete Original entstand für Dresden. Auch das Grabmal der Familie Berger auf dem Pößnecker Friedhof stammt aus Diez' Werkstatt.

Ein weiterer berühmter Pößnecker erblickte 1876 unweit des Marktplatzes das Licht der Welt. Der Maler und spätere Ehrenbürger Prof. Franz Huth. Er wirkte ab 1922 in Weimar und gilt als einer der bedeutenden Pastellmaler des 20. Jahrhunderts.

Großhandelszentrum der DDR-Zeit
Nach dem 2. Weltkrieg wurde Pößneck zunächst von den Amerikanern befreit, zum 1. Juli 1945 übernahm die Sowjetarmee die Thüringer Gebiete. Wichtige Unternehmen wie der Vogel-Verlag kamen unter Treuhandverwaltung und wurden später mehrheitlich enteignet. Pößneck entwickelte sich zu einer Stadt des Großhandels - zahlreiche leer stehende Fabrikhallen boten sich dafür an. Es gab die Großhandelsbetriebe Textil, Haushaltswaren, Lederwaren, Kulturwaren und Obst/ Gemüse. Die in Pößneck produzierten Stoffe der Volltuchwerke gingen nicht nur in den Ostblock, sondern auch z. B. nach Ägypten und in den Libanon. 1971 entstand auf zentralplanerischen Beschluss hin das Kugellager-Unternehmen VEB Rotasym, exponiert an der heutigen B 281 gelegen, das wie so viele andere den Wirtschaftsumbruch nach der Wende 1989 mittelfristig nicht überstand.

Umbruch und Wandel
Im Jahr 2000 lud Pößneck zur ersten Thüringer Landesgartenschau ein, die einen wichtigen Zustrom an Finanzen, Publikum und Umbau im Stadtbild brachte. Innerhalb von fünf Jahren wurde hier abgerissen, umgewidmet und saniert, was anderenfalls 15 Jahre gedauert hätte.

Und heute? Die ab 1991 entstandenen Gewerbegebiete sind inzwischen gut gefüllt, neue Unternehmen fertigen z. T. für den europäischen und den Weltmarkt. Pößneck zieht inzwischen mehr Pendlerarbeitskräfte an, als es an das Umland abgibt, in einigen Branchen sind qualifizierte Arbeitskräfte bereits knapp.

Die Stadt liegt zwischen schönen Wäldern und sanften Hügeln, die zum Reiten, Wandern und Radfahren einladen. In der weiteren Nähe locken die Saalestauseen, die zu den größten und schönsten Europas zählen, mit einer imposanten Staumauer, die Technikfreunde begeistert. Geologisch Interessierte finden bei Pößneck die bedeutendsten Zechstein-Riffe Deutschlands.

Die Innenstadt blüht zusehends auf; die Stadtsanierung lockt zunehmend auch private Investoren nach Pößneck. Die historisch gewachsene harmonische Anlage der Stadt gibt Pößneck ein ganz eigenes Gesicht. Im Juni 2015 überzeugten sich 123.000 Besucher zum Thüringentag von der positiven Entwicklung der Stadt. Das Vertrauen, welches Pößneck als Ausrichter des größten Festes des Freistaats entgegengebracht wurde, ist gleichermaßen Anerkennung für Geleistetes als auch Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.


 

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