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PÖẞNECK

Pößneck und die DEFA

Mehr als Drehort für Kinderbuchklassiker – Pößneck, das Hollywood des Ostens

Ausstellung: Drehort Thüringen. DEFA-Produktionen 1946-1992

Zwischen 1946 und 1992 entstanden bei der staatlichen Filmgesellschaft der DDR „DEFA“ (Deutsche Film Aktiengesellschaft) etwa 700 Spiel-, 450 Kurz-, 950 Animations- und 2000 Dokumentarfilme. Rund 900 davon weisen einen Bezug zu Thüringen auf.

Erstmals nimmt eine Ausstellung und das im Leipziger Universitätsverlag erschienene gleichnamige Begleitbuch „Drehort Thüringen“ die DEFA-Spielfilmproduktion vor dem Hintergrund der regionalen Einbindung im Freistaat in den Blick.

In der von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen initiierten und von Dr. Michael Grisko kuratierten Ausstellung werden knapp 20 Spielfilme vorgestellt, die in Thüringen gedreht wurden, u. a. „Thomas Müntzer – Ein Film deutscher Geschichte“ (1956), „Nackt unter Wölfen“ (1963), „Alfons Zitterbacke“ (1966), „Lotte in Weimar“ (1976) und „Die Flucht“ (1977). „Thüringen ist ein wichtiger Drehort für den Kinderfilm, Verfilmungen der Klassiker, aber natürlich auch für Produktionen mit antifaschistischer Bedeutung, wie etwa ‚Nackt unter Wölfen‘“, umreißt Dr. Grisko die Bedeutung des Freistaats für die DEFA-Produktion.

Neben den Metropolen Erfurt, Weimar und Jena befinden sich auch kleinere Städte wie Arnstadt, Eisenach, Hildburghausen, Nordhausen, Sondershausen und Steinach unter den von der DEFA ausgewählten Drehorten.

Auch in Pößneck, dem Hollywood des Ostens, produzierte die DEFA. Hier entstand u.a. der Kinderfilmklassiker „Moritz in der Litfaßsäule“ (1983), aber auch Szenenkomplexe zu „Wengler & Söhne“ (1987) oder „Rat der Götter“ (1949) wurden hier gedreht.

Die mit zahlreichen Abbildungen versehenen Tafeln geben eine knappe inhaltliche Beschreibung des Films und erlauben einen Einblick hinter die Kulissen der Dreharbeiten. Zudem wird kurz die Bedeutung des Drehortes für den Film erläutert und eine Einordnung in die ostdeutsche Filmgeschichte vorgenommen. Ergänzt wird die Präsentation durch zahlreiche Originalplakate zu den Filmen aus den Sammlungsbeständen der Universität Erfurt und ein umfangreiches Rahmenprogramm.

Die durch eine großzügige Förderung der Kreissparkasse Saale-Orla ermöglichte Ausstellung ist ab dem 1. Oktober im Museum642 – Pößnecker Stadtgeschichte zu sehen. Den Eröffnungsvortrag am 1. Oktober um 19:00 Uhr im Bilkesaal hält der Kurator der Ausstellung und Buchautor Dr. Michael Grisko.

Die Ausstellung wird präsentiert im Rahmen des 75. Geburtstag der DEFA